Belichten, Ätzen, Bestücken der Platinen |
Belichten und Ätzen der Platinen
Zuerst gießt man in ein Kunststoffgefäß, dessen Bodenfläche etwas größer als die zu belichtende Platine ist, einen halben Liter Wasser. Dann gibt man etwa einen kleinen Teelöffel voll Ätznatron (NaOH) (auch in Abfluß-Frei enthalten), dazu und rührt solange um, bis sicher keine unaufgelösten Krümel mehr herumschwimmen. Die Flüssigkeit ist ungefährlich und nun bereit zum Entwickeln der belichteten Platinen.
Zum Belichten ist am besten der erhältliche Transparent-Foliensatz zu verwenden. Man benötigt nur einen hellen Raum, die einseitig beschichteten Fotopositiv-Platinen aus 1,5 mm Epoxidharz und eine dünne Glasscheibe in der Größe der Platinen.
Die Schutzfolie kann unter Tageslicht abgezogen werden. Danach wird die Platine mit der Fotoschicht nach oben auf eine ebene Fläche gelegt und anschließend sofort die Transparentfolie mit der lesbaren Schrift nach oben auf die Platine. Mit der Glasscheibe wird dann die Folie beschwert und ca. eine Stunde lang dem Tageslicht ausgesetzt. Bei Sonnenlicht reicht bereits eine halbe Stunde aus.
Nun die Glasscheibe und die Folie entfernen und die Platine mit der belichteten Seite nach oben in die Entwicklerflüssigkeit legen und - ohne sie zu berühren - in der Atznatronlösung leicht schwenken, bis sich keine blauen Fotolackwolken mehr von der Platine ablösen.
Der Entwickler besteht aus einer Lösung von Ätznatron (NaOH). Das Salz ist in der Apotheke erhältlich und wird auch in Abflußreinigern verwendet. Auf einen Liter Wasser gibt man davon soviel, bis sich von einem Teststreifen einer belichteten Platine nach rund 15 Sekunden blaue Fotolackwolken ablösen. Die Menge beträgt dabei rund ¼ Teelöffel Ätznatron auf einen Liter Wasser. Da das Mittel in verschiedenen Formen, als Plättchen oder als mehr oder weniger große Kügelchen erhältlich ist, im normalen Haushalt aber auch keine Milligarmmwage existiert, muß nach jedem Neukauf von NaOH erstmal experimentiert werden.
Jetzt kann die Platine unter fleißendem Wasser abgespült werden.
Ich empfehle, immer nur eine einzelne Platine zuerst auszuschneiden und dann zu belichten. Die in den Stücklisten angegebenen Abmessungen sind etwas größer als die tatsächlichen Platinenumrisse, weil beim Sägen mit der Metalllaubsäge Toleranzen zu berücksichtigen sind. Nach dem Sägen müssen alle Kanten sauber gefeilt und entgratet werden, damit die Folien satt aufgelegt werden können. Die Epoxydharzplatten sind meist ganz leicht gewölbt. Dadurch kann es geschehen, daß einzelne Partien der Filmfolie bei größeren zu belichtenden Flächen keinen direkten Kontakt zu der Platine erhalten, auch nachdem sie mit der Glasscheibe beschwert wurde. Dann entstehen Unscharfe Ränder an den Leiterbahnen, die bis zu einer Unterbrechung führen können.
Der stinkige Teil der Arbeit folgt jetzt, also nur im Freien durchführen! Die erzeugte Flüssigkeit ist sehr stark ätzend. Nach dem Entwickeln müssen nun die glänzenden Kupferflächen vollständig weggeätzt werden. Das geschieht am besten mit einem Rezept, daß seit vielen Jahren seinen Dienst erfolgreich und sehr schnell tut. Man gibt nur etwas 30 prozentige Salzsäure in ein Kunststoffgefäß, das dem oben beschrieben gleicht. Dann gießt man etwa 10 Volumen-Prozent eines 30 prozentigen Wasserstoffperoxids (H2O2) hinzu. Schon beginnt es zu stinken. Die Platine mit der entwickelten Schicht nach oben in die Chemie legen und aufschäumen lassen. Bei wenig Schwenkbewegung sind die Kupferflächen nach ca. drei Minuten weggeätzt. Anschließend muß die Platine gründlich unter fließendem Wasser abgespült werden.
Bohren der Platinen
Das Bohren geschieht ausschließlich mit 0,8 und 1,0 mm Hartmetallbohrern und einer kleinen Tischbohrmaschine mit Spannzangenvorrichtung zum Einspannen der Bohrer. Die Bohrerspitze wird mittels des Führungshebels vorsichtig in das geätzte Führungsloch jedes Lötauges gesetzt und dann mit geringem Druck das Loch gebohrt.
Löten der Platinen
Das Löten erfolgt mit einem superfeinen Lötkolben oder mit einer regelbaren Lötstation und 1 mm Lötdraht. Eine Tube Löthonig (Kolophonium in Alkohol gelöst) hilft in hartnäckigen Fällen auch weiter. Die Bauteile werden nacheinander aufgelötet.