Filtertechnik Übersicht |
Filter, die nicht
tatsächlich
in der Lage sind, Schadstoffe aus dem Aquarienwasser zu entfernen,
unterliegen in ihrer Reinigungswirkung eher dem esoterischen
Aberglauben des
Aquarianers. Ohne zusätzliche Maßnahmen und/oder Einsatz
von
Energie wird nach kurzer Zeit
jedes Aquarium zur Kloake. In einem geschlossenen
System
geht ja keine Energie verloren. Je mehr organische und nichtorganische
Stoffe dem Wasser
zugeführt werden, desto höher wird im Endeffekt der
Anteil
der gelösten Salze und der Schadstoffe. Erst dann, wenn der
geschlossene Kreislauf
geöffnet wird und diese Zutaten permanent entfernt
oder verbraucht werden,
besteht die Chance, daß sich ein relativ
stabiler Biotop einstellt. Verbraucher können z.B. Pflanzen sein,
doch suchen sie sich wie die Sperrmüll-Fledderer nur das Beste
für sich heraus. Der Restmüll vermehrt sich trotzdem.
Die Mikroben sind die wichtigsten Bewohner des Aquariums!
Vor allem die Anfänger unter den Aquarianern denken bei der Filterung von Wasser an Geräte, die von der Aquaristik-Industrie in werbewirksamen Verpackungen und technisch-bunten Farben angeboten werden, von der sie außer Versprechungen nicht wissen, was darin vorgeht.| Habitat | kultivierbar in [%] |
| Boden | 0,30 |
| Sediment | 0,25 |
| Süßwasser | 0,25 |
| Meerwasser | 0,10 |
| Filterschlamm | 1,00 - 15,00 |
Selbst die
funktionierenden
biologischen
Filter besitzen demnach eigentlich keine voll wirksamen, beseitigenden Filtereigenschaften,
weil sie physikalisch nichts aus dem
Wasserkreislauf
entfernen, sondern nur mit Hilfe des gepflegten Bakerienrasens
die nicht gelösten organischen Stoffe in Nitrite, Nitrate, Phospate und Mineralien
umwandeln. Nitrat ist ein Stoffwechselendprodukt der Bakterien,
welches zwangsläufig im Wasser verbleibt, wenn kein Verbraucher vorhanden oder kein
Wasserwechsel durchgeführt und/oder kein spezielles
Nitratfilter
zusätzlich verwendet wird. Nur Verbraucher
wie
z.B. Pflanzen sind in der Lage, Nährstoffe in gewissem
Maße und selektiv dem
Wasser zu entziehen,
wenn sie in genügend großer Anzahl vorhanden sind.
In den
meisten Aquariien fristen sie jedoch nur ein kümmerliches
Dasein,
wenn zu wenig Licht vorhanden ist und der
Anteil von Phospaten und Nitraten wegen der üblichen Überbesetzung mit Fischen zu groß wird; denn
beide Stoffe sind im Übermaß ideale Wachstumshemmer.
Solange nun die
Stoffwechselendprodukte, die von den
Bakterien im biologischen Filter erzeugt werden, nicht dem Wasser
entzogen werden, reichert sich das Wasser schnell damit an und
wird schließlich vergiftet. Beim mechanischen Filter dagegen
werden die zersetzbaren organischen Stoffe idealerweise schon vor dem
Zersetzungsprozess durch die Bakterien dem Wasserkreislauf entzogen,
so daß sich erst garkeine Stoffwechselendprodukte in Massen
bilden können, es sei denn von denen, die im Bodengrund leben
oder noch in geringer Population im freien Wasser herumschwimmen. Ein
häufig gereinigtes mechanisches Filter ist
daher dem Biofilter prinzipiell vorzuziehen, wenn man nur den Entzug
von Stoffwechselendprodukten betrachtet. Biologische Filter sind immer eine
ideale Ergänzung und stellen für
den Aquarianer nicht nur die Pflichtübung dar, sondern die
Kür, wenn es gelingt, damit den Biotop durch den
allmählich
entstehenden
Filterschlamm zu stabilisieren. Wenn man
sich also der Wirkungsgrenzen der Filtertypen bewußt ist,
kann
jeder wirksame Filtertyp auf seine Weise für's Aquarium
nützlich sein.
Mechanische Filter
besitzen die
Eigenschaft, ähnlich wie ein Sieb, nur Teilchen durchzulassen,
die kleiner sind als ihre gröbste Maschenweite. In der
Aquaristik
werden sie
wenig benutzt, weil fast alle Aquarianer meinen, sie bräuchten
unbedingt biologische Filter. Die meisten im Handel angebotenen
'biologischen' Filter sind jedoch trotz ihrer Deklaration keine
biologischen,
sondern mechanische oder garkeine Filter. Denn um biologische
Funktionen nutzen zu
können, muß ein Filter in besonderer Weise ausgelegt
sein.
Während biologische Filter wegen ihrer großen Masse
an Filterschlamm theoretisch auch ohne Bodengrund auskommen
können,
unterstützt
das mechanische Filter die biologische Filterfunktion des
Bodengrundes dadurch, daß es dem freien Wasser die noch nicht
gelösten
Schwebstoffe entzieht. Darum müssen mechanische Filter bei
Verschmutzung regelmäßig und häufig
gereinigt werden,
um den Schmutz bereits vor dem Inlösunggehen aus dem
Wasserkreislauf zu entfernen.
Jedes Filter, dessen Fließgeschwindigkeit, bezogen auf den
gesamten Querschnitt seiner
Wassersäule, größer als 10 cm pro Minute
ist, ist als
mechanisches Filter zu bezeichnen. Die Schemata weiter unten
verdeutlichen u.a. das
typische Erscheinungsbild eines mechanischen Filters. In Aquarien bis
rund 300 Liter
empfiehlt sich die Verwendung einer kleinen Umwälzpumpe, die
pro
Stunde ein bis eineinhalbmal den Beckeninhalt umwälzt und auf
deren Ansaugrohr ein Filterschwamm aufgesteckt wird. Die Reinigung
wird dadurch enorm vereinfacht.
Kennzeichen des mechanischen Topffilters:
Durchsatzgeschwindigkeit größer 10 cm / Minute
Länge des Weges durch das Filtersubstrat größer 10 cm
Filterwirkung wird allein durch die Maschenweite des Substrats (als Filtersieb) erstellt
Häufiges Reinigen notwendig
Mechanische Innenfilter sind nur eine ins Aquarium verlagerte Variante des mechanischen Topffilters und haben gegenüber diesem den Vorteil, daß sie direkt an der Ansaugseite einer kleinen Strömungspumpe angeschlossen werden können, in der Regel in Form einer Schaumstoffpatrone, die leicht abnehmbar und wieder aufsteckbar ist. Auf externe Schlauchverbindungen zwischen Filtertopf und Aquarium wird hierbei verzichtet. Für ihren Betrieb ist ein funktionierender Bodengrundaufbau erforderlich, der den biologischen Teil der Filterung übernimmt.
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Osmosemembranen
als
Aquarienfilter einzusetzen, ist eine für diesen Zweck
neueTechnik,
die alles in den Schatten stellt, was sich inder Aquaristik als
biologischer oder mechanischer Filter bezeichnet. Man braucht dazu
lediglich eine Druckerhöhungspumpe, die für den
Dauerlaufbetrieb geeignet ist und wenig Strom verbraucht. Diese
Anordnung filtert auf mechanischem Wege mindestens 95 Prozent ALLER
Schadstoffe aus dem Wasser heraus und wirkt insofern gegenüber
jeder anderen Filtertechnik mit einem revolutionär besseren
Wirkungsgrad.
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Dieser Filtertyp ist hier zwar in die Gruppe der mechanischen Filter eingereiht, filtert aber nicht selektiv Stoffe aus dem Wasser, sondern entfernt nur freischwebende Bakterien und Viren aus dem Aquarienwasser.
Zitat des
Fraunhofer Instituts:
„Für
eine effektive
Entkeimung benötigt man nicht unbedingt viel Energie. Die
UV-Technologie braucht auch bei stark verkeimtem Wasser nur eine
Arbeit von 100 Ws pro Liter. Die Achillesferse der UV-Entkeimung sind
die auf etwa ein Jahr begrenzte aktive Lebensdauer der UV-Strahler.
Im Laufe der Tests hat sich darüber hinaus gezeigt,
daß
einige der für den deutschen Markt zugelassenen
Geräte zum
Teil nicht den gültigen Normen und Richtlinien entsprachen,
vor
allem, was den Schutz des Verbrauchers bei nicht gesicherter
Entkeimungswirkung betrifft. Gerade hier wird noch optimiert werden
müssen.“
Die ultraviolette Strahlung
ist ein
Teil des natürlichen Sonnenlichtspektrums und hat in engen
Grenzen der Wellenlänge eine keimtötende Wirkung. Die
UV-Strahlung wird in Abhängigkeit von seiner
Wellenlänge in
drei spektrale Abschnitte untergliedert:
UV-B (mittelwellig) 315 nm - 280 nm
UV-A (langwellig) 400 nm - 315 nm,
UV-C (kurzwellig) 280 nm - l00 nm und darunter
Nur der UV-C Anteil der Strahlung kommt in der Praxis für die Abtötung von Keimen infrage, weil er der energiereichste mit der kürzesten Wellenlänge ist.
Die UVC-Strahlung greift die DNA von Bakterien und Viren an und sorgt so dafür, daß die Zellteilung und Vermehrung unterbleibt. Im Aquarium werden daher alle freischwimmenden Bakterien und Viren abgetötet, die mit der Strahlung unmittelbar in berührung kommen, alle anderen, z.B. die im Bodengrund oder im Filtersubstrat lebenden, bleiben davon ausgenommen.
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Zitat: UVC-Strahlung hat bei 254nm eine intensive bakterizide Wirkung. Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Hefen und Pilze werden durch UV-Strahlung wirksam abgetötet. Eine Zugabe von Chemikalien ist nicht erforderlich. Bei Wellenlängen unter 230nm ist die Energie der UV-Strahlung ausreichend, um chemische Bindungen aufzubrechen. Unterhalb 200nm wird aus Sauerstoff Ozon erzeugt, und es werden Oxidationsprozesse organischer Verbindungen ausgelöst. UVC-Strahlung wird auf Wasser, Luft und Oberflächen angewandt. Zitat Fa. Heraeus (http://www.heraeus-noblelight.com/HNG/DEU/uvl/uvl_Home.nsf/$frameset/start) |
ACHTUNG: Ein Aquarium, das über kein biologisches Filtermedium verfügt, nitrifiziert nur durch die im Wasser frei schwebenden Bakterien. Wird in diesem Fall ein UVC-Gerät verwendet, kann keine nennenswerte Nitrifikation mehr stattfinden, da praktisch alle Bakterien abgetötet werden. Ein UVC-Gerät setzt ein funktionierendes biologisches Filtersystem voraus, das ein Ausschwemmen der Filterbakterien ins freie Aquarienwasser weitestgehend verhindert (Fließgeschwindigkeit durch das Filtersubstrat MAXIMAL 10 CM PRO MINUTE).
Die Technik der UVC-Geräte, wie sie für die Aquaristik Verwendung finden, besteht in der Regel aus einer Quecksilberdampf-Gasentladungslampe, die wegen der physikalischen Eigenschaften des Quecksilbers eine Wellenlänge von 254 nm erzeugt. Diese Wellenlänge gilt für alle Gasentladungslampen dieser Bauweise gleichermaßen. Sie unterscheiden sich lediglich in Form und strahlungsleistung. Wie das sichtbare Licht bewegen sich UV-C Strahlen nur gradlinig fort und nehmen im Quadrat der Entfernung von der Quelle in ihrer Intensität ab. Die Wirkungstiefe in klarem Wasser liegt nur im Millimeterbereich, weil die Wassermoleküle bereits die Energie der Wellen aufnehmen und in Wärme umwandeln. Das Aquarium stellt ein geschlossenes System mit einem Wasserkreislauf dar. Die UVC-Strahlung wirkt nur dort, wo Bakterien und Viren unmittelbaren Kontakt damit bekommen. Bei stark verkeimtem Fäkalienwasser wird eine Leistung von 100 WSek pro Liter benötigt, um eine vollständige Entkeimung zu erzielen. (s.o.) Da im freien Aquariumwasser, im Bodengrund und im Filter schnell und permanent neue Bakterien nachgebildet werden und das Wachstum dort in keiner Weise behindert wird, dient das UVC-Gerät in der Praxis nur dazu, die Keimzahl im freien Wasser zu reduzieren. Bei einem gut eingefahrenen Filter und intaktem Bodengrund besteht keinerlei Gefahr, daß nitrifizierende oder denitrifizierende Bakterien von der Strahlung betroffen werden, weil sie im Filter und im Bodengrund gebunden sind. Die Fischparasiten, die tatsächlich abgetötet werden, müssen natürlich größenmäßig zu der o.g. Wellenlänge von 254 nm passen. Wenn Mit wachsender Größe werden sie immer weniger betroffen, weil die UV-C Strahlung nicht mehr in die Zellstruktur eindringen kann.. Die Wirkung eines permanent betriebenen UVC-Filters liegt also nicht in der Sterilisation des Aquariums, sondern in der Begrenzung der Mikrobenmengen im freien Aquarienwasser. Das UVC-Gerät vergrößert sozusagen virtuell die Wassermenge. Denn in der Natur können sich Bakterien im Gegensatz zu unseren aquaristischen Bedingungen weitläufig verteilen. Ihre Dichte nimmt in großen Wassermassen in dritter Potenz mit der Entfernung vom Entstehungsherd ab.
Das
Hüllrohr aus Quarzglas um
den Brenner herum sollte einen Durchmesser von rund 8 cm haben. In
dieser Entfernung vom Zentrum des Strahlers aus tritt noch keine
meßbare Minderung der Strahlungsleistung ein. Die
Kontaktfläche
mit dem Wasser ist damit optimal groß. Wenn zur
vollständigen
Entkeimung eine Arbeit von 100 WSek pro Liter benötigt wird,
dann fleßt innerhalb einer Sekunde ein Liter Wasser in
unmittelbarer Entfernung an dem Hüllrohr entlang und wird
dabei
mit 100 Watt harter UVC-Strahlung beschossen. Ein Liter pro Sekunde
bedeutet aber bereits eine Pumpleistung von 3600 Liter pro Stunde.
Sollen nur 360 Liter pro Stunde vollständig entkeimt werden,
reduziert sich die Wattzahl bereits auf ein 100 W / 10 = 10 W. Bei 50
prozentiger Entkeimung von 360 Liter pro Stunde ergibt sich also eine
Wattzahl von 5 Watt UVC-Strahlungsleistung. In der Regel haben die
für aquaristische Zwecke angebotenen UV-Strahler eine
Leistungsaufnahme von im Mittel 15 Watt und eine Leistungsabgabe von
im Mittel 5 Watt. Sie sind daher bei Dauerbetrieb in ihrer Leistung nur
für Standardaquarien bis 100 Liter geeignet. Die Wirksamkeit
der Entkeimung richtet sich nach der Größe
des
Aquariums und nach
der tatsächlichen Umwälzmenge der Pumpe pro Sekunde.
Die Gesamtliterzahl geht jedoch nur dann merklich in die Berechnung
ein, wenn die Pumpe weniger als einmal pro Stunde das Wasser durch das
UVC-Filter befördert; denn dann haben Bakterien, die sich
rasend
schnell vermehren können, immer noch eine
Überlebenschance im
freien Aquarienwasser.
Formel für die Berechnung der Umwälzmenge pro Sekunde:
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Umwälzmenge [l/s] = Beckeninhalt [l] * Umwälzfaktor [1 bis 2] / 3600 [s] |
Der Umwälzfaktor richtet sich nach der Größe und Art des Filters und nach der Art der Einrichtung des Aquariums.
Beispiel:
Für eine
optimale Filterwirkung sollte die gesamte Wassermenge 1 bis 1,5 mal
pro Stunde umgewälzt werden.
Für ein 1200 Liter Becken
ergibt sich bei 1,5-facher Umwälzung eine
Durchflußmenge
der Pumpe von 1200 * 1,5 / 3600 = 0,5 Liter pro Sekunde. Bei 1-facher
Umwälzung sind es 1200 * 1 / 3600 = 0,33 Liter pro Sekunde
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UVC-Strahlung[W]
=
100Ws * Durchflußmenge[l/s] * Entkeimungsgrad[%] *
Schichtdicke[mm] * 0,5 |
Der
Wirkungsgrad wird als
Prozentzahl angegeben. Wirkungsgrad 1 bedeutet daher 100 prozentige
Entkeimung.
Die Schichtdicke ist der Abstand zwischen dem Quarzrohr und den
Innenfläche des Filtergehäuses im [mm].
Die Wirktiefe der UVC-Strahlung ist in 'klarem' Aquarienwasser auf nur
2 mm beschränkt. Darum wird die halbe Schichtdicke in der
Berechnung angesetzt.
Beispiel:
Es soll die UVC-Strahlungsleistung bei einem Entkeimungsgrad von 30% ,
einer Schichtdicke des Wassers von 4 mm und einem Durchsatz von 0,33
Liter pro Sekunde (s.o.) ermittelt werden. Dabei sind im Folgenden die
fettgedruckten Zahlen die Eingabewerte für die obige Formel.
Reine
UVC-Leistung[Wl] = 100Ws * 0,33
l/s * 0,3 *
4 * 0,5 = 19,8 WattLiter
Der
UVC-Strahler sollte im Beispiel also eine Strahlungsleistung von 20
Watt erhalten.
Dabei ist es
wichtig, zu beachten,
daß die
Leistungsaufnahme des UVC-Geräts typabhängig meist
drei- bis
viermal so
groß ist wie die tatsächliche
Strahlungsleistung. Bei den billigen UVC-Lampen ist der Wirkungsgrad
nominal gerade mal 2%. Letztere besitzen im Aquarium und auch sonstwo
nur esoterische
Kräfte, die in etwa dem Mondlicht entsprechen. Allenfalls
könnte man damit eine Unterwasserburg oder eine
Plastik-Taucherfigur magisch beleuchten.
Bei den wirksamen
UVC-Strahlern, wie sie auch für die Trinkwasseraufbereitung
verwendet werden, kann ein mittlerer Wirkungsgrad von 0,25 angenommen
werden. Dies
bedeutet, daß in unserem Beispiel ein UVC-Gerät mit
einem Anschlußwert von etwa
20 W / 0,25 = 80
Watt
geboten ist. Die Strahlungsleistung kann in parallelgeschaltete
UVC-Filterkörper aufgeteilt werden. Wenn sie von der gleichen
Pumpe mit Wasser durchströmt werden, sollte dabei auf eine
möglichst symmetrische Leitungsführung geachtet
werden, damit
die Leitungs-Strömungsverluste und der Wasserdurchsatz für
die beteiligten Filterkörper gleich
bleiben.
In der
Praxis ist es nicht einfach, ohne mikroskopisches Auszählen
die Keimzahl und somit die Wirkung der UVC-Strahlung festzustellen.
Der Nachweis gelingt jedoch optisch mit Befüllen eines leeren
Aquariums
unter Beigabe von etwas Futter. Wenn mit einer kleinen
Umwälzpumpe
das Wasser in Bewegung gehalten wird und sich nach ein paar Tagen die
Bakterientrübung zeigt, kann mittels eines Fotometers oder
auch
mittels der eigenen Sichtkontrolle der Trübungsgrad vor und
nach
einer Filterung mit UVC leicht nachgewiesen werden. Ist z.B. die
Trübung nach einer Stunde unter den zuvor beschriebenen
Bedingungen um die Hälfte vermindert,
entspricht dies einem Wirkungsgrad des UVC-Filters von rund 50 Prozent.
Einer
Leistungsreserve der UVC-Strahlung steht im Übrigen nichts im
Wege, weil ja die Wirkung tatsächlich nur innerhalb des
UVC-Filterkörpers geschieht.
Alle
nitrifizierenden Filter
sollten einen möglichst dichten Bakterienrasen vorhalten, dem
durch das zu filternde Wasser der nötige Sauerstoff zum Atmen
und durch die im Wasser enthaltenen organischen Stoffwechselprodukte
das nötige Futter zugeführt wird. Bei Topffiltern ist
wegen
der hohen Pumpenleistung der Durchsatz meist viel zu groß
bemessen. Dadurch entstehen, wie oben im Bild
„Filtertypen“
links dargestellt, große Schlupfvolumina (gelb), durch das
das
Wasser ungefiltert hindurchströmt. Der Wirkungsgrad eines
solchen Filters wird dadurch sehr eingeschränkt. Dennoch
können
auch bei größeren Geschwindigkeiten innerhalb eines
geeigneten Substrats, z.B. Filterwatte, Zonen (rot) entstehen, in
denen durch mechanische Bremsung der Fließgeschwindigkeit des
Wassers nitrifizierende Bakterien leben können. Eine optimale
Filterung entsteht dann, wenn an keiner Stelle des Substratvolumens
eine Fließgeschwindigkeit von > 10 cm / sek
vorherrscht.
Die
Berechnung der Fließgeschwindigkeit erfolgt in folgender
Weise:
Pumpenleistung
[P] in
[dm^3 / sek] ermitteln, gleichbedeutend mit Liter pro Sekunde.
Dabei darf nicht die Pumpen-Nennleistung angesetzt werden,
sondern die unter realistischen Bedingungen, indem sie an einem mit
Substrat gefüllten Filtertopf angeschlossen wird. Mit Hilfe
eines
Eimers kann dann die Zeit gestoppt werden, innerhalb der 10 Liter
gepumpt werden.
Querschnitt [Q]
des
Filtertopfes in [dm^2] ermitteln
Der Querschnitt in [dm^2] eines runden Filtertopfes berechnet sich aus
3,14 * Radius [dm] ^2, der Querschnitt eines rechteckigen Filtertopfes
berechnet sich aus Länge in [dm] * Breite in [dm] des
Querschnitts.
Strömungsgeschwindigkeit berechnen:
|
Strömungsgeschwindigkeit [Vs] in [dm / sek] = P / Q |
Typische Kennzeichen des
biologischen nitrifizierendenTopffilters:
Durchsatzgeschwindigkeit kleiner 10 cm / Minute
Länge des Weges durch das Filtersubstrat kleiner 10 cm
Filterwirkung wird durch den Bakterienrasen des Substrats erstellt.
Reinigung nur bei Verstopfung durch anorganisches Material notwendig
Der Mattenfilter ist eine besonders wirkungsvolle Art des biologischen Filters. Er wird wie der mechanische Innenfilter innerhalb des Aquarium betrieben und besteht aus einer möglichst großflächigen Matte, durch die das zu filternde Wasser mit einer maximalen Fließgeschwindigkeit von 10 cm pro Minute fließt. Die Funktion der Matte unterscheidet sich dabei nicht von der des Filtersubstrats in einem biologischen Außenfilter. Nur ist bei der Matte die Oberfläche so groß, daß auch größere Wassermengen bequem gefiltert werden können, ohne gleich riesige Außen-Filtertanks einrichten zu müssen. Eine detaillierte Beschreibung hält auch Olaf Deters auf seiner Webseiten vor.
Kennzeichen des biologischen nitrifizierenden Mattenfilters:
Alle Eigenschaften, wie unter "Topffilter beschrieben
Länge des Weges durch das Filtersubstrat nur bis zu 5 cm, je nach Mattendicke
Fließgeschwindigkeit des Wassers durch das Substrat etwa 5 cm pro Minute im Mittel
Im Vergleich zum Topffilter riesige Kontaktfläache mit dem Wasser
Biotopstabilisierende Wirkung durch die große Menge Filterschlamm
Reinigung sollte niemals erfolgen. Verstopfen ist praktisch ausgeschlossen.
Man berechnet die Filter-Anström-Kontaktfläche wie bei Olaf (s.o) angegeben und zieht vom Ergebnis etwa 15 bis 20 % ab; denn es handelt sich bei dieser Konstruktion nicht um eine einzige plane Fläche, sondern idealerweise um einen Würfel, der zentral die Pumpe einschließt oder in den zentral das Wasser mit Prallplatte eingefüllt wird. Dadurch sind die Strömungsverhältnisse in bezug auf die umgebende Matte nahezu an jeder Stelle gleich. Bei einer großflächigen, eindimensionalen Matte wird das Wasser in der Nähe zur Ansaugöffnung der Pumpe und damit auch innerhalb der Matte mehr bewegt als weiter entfernt, so daß die Einzelmatte zu rund 60% eher statisch arbeitet.
Beim Würfel kann die Pumpe zentral positioniert werden und erzeugt überall eine nahezu gleiche Strömung. Darum ist auch der Wirkungsgrad bis zu 50% besser. Der Mattenwürfel darf aber nicht unter dem Gesichtspunkt der Erzeugung einer minimalen Außenfläche berechnet werden, sondern unter dem, daß die Strömungsgeschwindigkeit an keiner Stelle größer als 10 cm pro Minute werden darf. Denn sonst funktioniert die Biologie mit den Bakterien nicht mehr; denn diese dürfen von der Strömung nicht ausgeschwemmt werden können.
Zur Herstellung eines Mattenwürfels klebt man fünf fertig zugeschnittene Mattenflächen zu einem oben offenen Würfel oder einem sonstigen einigermaßen punktsymmetrischen Gebilde zusammen. Die Idealform ist die Kugel. Das Material sollte aus grober bis mittlerer blauer Filtermatte (Polyurethan) mit einer Dicke von 5 bis 3 cm bestehen. Die Platten werden entweder mit dünn aufgestrichenem Polyurethan-Hartschaum oder mit ACRYFIX-Acrylglaskleber (Conrad-Elektronik) zusammengeklebt und bis zum Aushärten mit Drahtstiften fixiert. Danach werden die Stifte entfernt und das Gebilde 24 Stunden lang in Wasser gebadet und anschließend ins Aquarium gesetzt. Man kann an der Unterseite zusätzlich Abstandhalter aus Filtermattenresten ankleben, damit die untere Fläche einen Abstand vom Bodengrund erhält, der gleichzeitig als Wohnhöhle für die Putzkolonne der Welse dienen kann. Die Pumpe, die auf die Strömungsgeschwindigkeit hin angepaßt ist, wird dann mit offenem Ansaugstutzen mittig auf die Bodenplatte des Filters gestellt. Der Deckel des Würfels erhält Löcher zur Durchführung des Stromkabels und des Ablaufschlauchs von der Pumpe, der ggf. das gefilterte Wasser in eine weit entfernte diagonale Ecke des Aquariums befördert. Man kann den Deckel mit Zinken am Rand versehen, die bei der Montage ineinandergreifen, oder man fixiert ihn ganz einfach mit Maueranker-Stiften aus Edelstahl (Baumarkt), die von außen durch den Mattenrand in den Deckel eingestoßen werden. Eine Bepflanzung mit geeigneten Wasserpflanzen, z.B. Mycrosorium, ist natürlich nicht nur gestattet, sondern sogar erwünscht.
Sandfilter besitzen relativ eine große Masse, die etwa 20% des gesamten Wasservolumens des Aquariums betragen sollte und. In der Regel ist so ein Filter völlig wartungsfrei, wie auch das oben beschriebene biologische Mattenfilter. Bei einer Wasser-Fließgeschwindigkeit von rund 2 cm pro Minute wird selbst Nitrat von den aneroben Bakterien zerlegt, so daß der Stickstoff molekular als Gasbläschen an die Oberfläche steigt. Jedenfalls ist dies meine langjährige Erfahrung. Während beim Mattenfilter die Substratdicke nicht größer als 10 cm sein darf und die Oberfläche der Matte möglichst groß sein muß, verhält es sich beim Sandfilter gerade umgekehrt. Das Verhältnis von Querschnitt und Höhe der Sandfüllung sollte beim Sandfilter etwa 1 : 4 betragen. Der Durchsatz durch das Sandfilter sollte etwa 10% des Durchsatzes durch das Mattenfilter betragen. Die Dimensionierung geschieht beim Sandfilter wie beim Mattenfilter über die Kontaktfläche mit dem Wasser (hier: Querschnitt der Sandfüllung). So ergibt sich z.B. bei einem Rohrdurchmesser von 30 cm eine Länge von 120 cm. Beide Maße beziehen sich auf die reine Sandfüllung. Da im Beispiel die Querschnittfläche PI * 15cm² = 700 cm² beträgt und eine Strömungsgeschwindigkeit von 1 cm / Minute gefordert ist, erhalten wir einen Wasserdurchsatz von
2 cm / Minute * 700 cm² / Minute = 1400 cm³ / Minute ~ 1,5 Liter / Minute.
Die Wassermenge wird über die Pumpendrosselung so eingerichtet, daß sie den Wasserspiegel im Sandfilter um rund 2 cm / Minute steigen läßt. Dazu reicht eine kleine Umwälzpumpe völlig aus. Ein Sandfilter-Exemplar, bei dem die Wassereispeisung mit einem Druck von nur 0,2 Bar von unten erfolgt, habe ich für ein größeres Aquarium zum Nachfiltern des Osmose-Spülwassers konstruiert. Das Sandfilter ist aber genausogut für den Betrieb im Nebenstrom oder, bei entsprechendem Querschnitt , sogar im Hauptstrom für direkte Einspeisung des Aquarienwassers geeignet. Dabei ist es unkritisch, ob der Druck bei 0,1 Bar oder bei 5 Bar liegt. Die Konstruktionszeichnung nebst Rückspülungselektronik und Foto steht ebenfalls zur Verfügung. Die Rückspülung ist nur dann notwendig, wenn sich die Einspeisungsseite des Sandfilters aufgrund von Übermengen an Fäkalien zusetzen sollte. Dies ist jedoch selbst bei stark überbesetzten Aquarien nicht zu befürchten, wenn die Fließgeschwindigkeit von 2 cm/Minute im Sandbett nicht überschritten wird.
Wichtige Vorbemerkung:
Denitrifizierende Filter (Nitratfilter) dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn bereits ein voll funktionsfähiger, biologischer, nitrifizierender Filter (z.B. Mattenfilter s.o.) am Wasserkreislauf beteiligt ist, und wenn sichergestellt ist, daß die anaeroben Bakterien gleichmäßig mit Nahrung = Dreck versorgt werden. Wenn dies nicht geschieht, sterben die Bakterien schlagartig, und es entstehen Faulgifte, mit denen das gesamte Aquarium geschädigt werden kann.
Nitrifizierende Bakterien sind im Aquarium immer vorhanden, entweder im nitrifizierenden, biologischen Filter, oder frei im Aquarienwasser schwebend und Trübung verursachend. Fehlt die Nitrifizierung, erhalten die Bakterien im denitrifizierenden Filter wegen fehlenden Nitrats keinen Sauerstoff. Die denitrifizierenden Filter halten einen möglichst dichten Bakterienrasen vor, dem die im Wasser enthaltenen durch den nitrifizierenden Filter gelösten Nitrate und damit als Baustein der Sauerstoff zugeführt wird, welchen sie zum Atmen benötigen. Das Futter erhalten die Bakterien durch künstliche Zufütterung von Kohlenstoff, den sie z.B. einer Schicht aus Paraffin und Stearin (Kerzenwachs) oder aus Methanol oder Essigsäure entnehmen können, das direkt über dem Filtersubstrat deponiert bzw. eindiffundiert wird. Entscheidend für einen solchen Filter ist aber, daß er praktisch nur unter Luftabschluß funktioniert und deshalb nur einen geringen Durchsatz haben darf. Da die Bakterien aus dem Nitrat den Sauerstoffanteil zum Atmen abspalten, kann der Stickstoff molekular in Form von Bläschen in die Atmosphäre aufsteigen. Der Betrieb des Filters erfolgt am besten mit einem Luftheber, dessen Eingang unten am Auslauf des Filters angeschlossen wird.
Durchsatzgeschwindigkeit < 1 cm / Minute (Berechnung der Strömungsgeschwindigkeit siehe unter „Nitrifizierende Filter“)
Länge des Weges durch das Filtersubstrat kleiner 10 cm
Fütterung der Bakterien mit z.B. Stearin oder Paraffin notwendig
Filterwirkung wird durch den Bakterienrasen des Substrats erstellt
Kaum Reinigen notwendig
Filterwirkung muß ständig kontrolliert werden
Stickstoff steigt molekular als Bläschen nach oben. Es wird dem Kreislauf nur der Stickstoff entnommen, alle anderen Soffwechselprodukte bleiben erhalten.
Für den Betrieb ist ein vorhandener, bereits funktionierender, nitrifizierender Filter unabdingbar notwendig.
grobe Filtermatte, damit Stickstoffblasen aufsteigen können, angedeutet durch die drei parallelen Pfeile
freier Wasserraum
Futter (Stearin, Paraffin) für die Filterbakterien (h = 3 cm) oder mit Dosierpumpe: Methanol oder Essigsäure
Filtersubstrat, z.B. Siporax (h max = 10 cm)
Nitratfilter funktionieren in den meisten Aquarien nicht wunschgemäß, weil den Bakterien die notwendige Nitratmenge zum Atmen fehlt. Es ist nicht damit getan, die technische Filteranordnung perfekt einzurichten; die Bakterien müssen auch gewillt sein, sich dort einzunisten und zu vermehren. Letzteres tun sie aber nur dann, wenn sie in genügender Anzahl vorhanden sind. Die Population wiederum richtet sich nach der Menge des Futters und vor allem der Menge des im Wasser gelösten Nitrats. Erst dann, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, funktioniert der Nitratfilter. In der Regel wird in einem gepflegten Schauaquarium mit wenig Fischbesatz aber garnicht genug Nitrat im Wasser gelöst, um die Bakterien dauerhaft ernähren zu können. Wenn dann mal die Kultur abstirbt, entstehen sehr schnell Gifte, die das gesamte Becken verseuchen können, ohne daß äußere Anzeichen sichtbar werden. Man kann die ordnungsgemäße Funktion eines Nitratfilters daran erkennen, daß die Redox-Spannungsdifferenz zwischen Filtereingang und Filterausgang etwa 200 mV beträgt und daß regelmäßig Stickstoffbläschen aus ihm emporsteigen.
In der Praxis seit Jahren bewährt haben sich Sandfilter mit Methanolzufuhr zur Denitrifikation. Diese Lösung ist dann von besonderem wirtschaftlichen Interesse, wenn Sandfilter zur Suspensa-Elimination ohnehin vorhanden sind oder benötigt werden. Durch die Zudosierung einer Kohlenstoffquelle wird solchen Sandfiltern eine Doppelfunktion zugewiesen. Sie dienen dem Suspensa-Rückhalt und zusätzlich der Denitrifikation.
Beim Einsatz von Methanol als Kohlenstoffquelle ist eine Methanolüberdosierung unbedingt zu vermeiden. Es muß verhindert werden, daß unverbrauchtes Methanol in den Filterausgang gelangt. Auf die Akkumulation des Reaktionszwischenprodukts "Nitrit" ist besonders zu achten. Erhöhte Nitritablaufwerte können zu Fischsterben führen. Die genauen Ursachen für das Auftreten erhöhter Nitritkonzentrationen im Ablauf von Denitrifikationsfiltern sind bisher noch weitgehend unbekannt. Bei Überschreiten der Nitritgrenzwerte müssen umgehend geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Im Zweifelsfall muß die Dosierung der Kohlenstoffquelle eingestellt und die Überschreitung der Nitratablaufgrenzwerte hingenommen werden. Beim Auftreten höherer Nitritkonzentrationen in einzelnen Denitrifikationsfiltern ist es empfehlenswert, diese Filter aus dem Hauptstrom herauszunehmen und solange außerhalb des Kreislaufs zu betreiben, bis sich die Denitrifikation wieder stabilisiert hat.
Durch die Produktion von Biomasse im Filter muß häufiger rückgespült werden. Man kann grob rechnen, daß bei einer Denitrifikation von 20 mg/l Nitratstickstoff rd. 10—15 mg/l Schwebstoffe produziert werden, wodurch die ohnehin vorhandene Schwebstoffbelastung des Filters in etwa verdoppelt wird. Auch steigt mit höheren Nitratkonzentrationen die Freisetzung von Stickstoffgas im Filter. Bei aufwärts durchströmten Filtern stellt das kein Problem dar, weil die Gasbläschen mit dem Wasser ausgetragen werden. Aus abwärts durchströmten Filtern muß zwischen den regulären Rückspülungen durch kurzzeitige Spülstöße das Gas ausgetrieben werden. Es würde an dieser Stelle zu weit gehen, Details zu erläutern. Auf diesem Webserver befindet sich jedoch eine Konstruktionszeichnung für einen Sandfilter, wie er im praktischen Einsatz arbeitet. Die Methanoleinspeisung erfolgt bei diesem Filter durch eine herausnehmbare Lanze per Dosierpumpe von oben.
Bild
unten: Die Wirksamkeit als
biologischer Filter in Abhängigkeit vom Durchsatz:
Es wurde absichtlich ein optisches
Längen/Durchmesserverhältnis gewählt, das wegen des
dargestellten langen Filterwegs oberflächlich betrachtet
gute Eigenschaften liefern sollte.
Das ist falsch !
Jeder Filterweg größer als etwa 10 cm wird biologisch
unwirksam, weil nach dieser kurzen Strecke bei einer optimalen
Fließgeschwindigkeit von etwa 5 cm/Minute für die Bakteren
nicht mehr genug Sauerstoff zum Atmen zur Verfügung steht. In
diesem Fall macht es also mal nicht die Länge, sondern die
Größe der Anströmfläche.

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A |
B |
C |
D |
Legende:
Nitrifizierend:
A)
Pseudo-biologischer Außenfilter mit
Strömungsgeschwindigkeit
größer 10 cm pro Minute
B) Gedrosselter
Pseudo-biologischer Außenfilter mit
Strömungsgeschwindigkeit
kleiner 10 cm pro Minute
C) Echter biologischer Außenfilter
mit max. 10 cm Substratdicke und Strömungsgeschwindigkeit
kleiner 10 cm pro Minute und optimaler Filterwirkung
Denitrifizierend:
D)
Nitratfilter als Innenfilter mit Strömungsgeschwindigkeit
kleiner 1 cm pro Minute
Rot
= wirksames Filtervolumen, in Durchflußrichtung
schwächer
werdende Filterleistung
Blau = Wasser
Gelb = unwirksames
Filtervolumen
Grün = grober Schmutzfilter
Beige = Stearin
oder Paraffin, d = 3 cm, beides z.B. in ungefärbtem Kerzentalg
verfügbar. Diese
Schicht muß gegen Aufschwimmen
gesichert werden, indem man sie z.B. in ein Perlonsäckchen
füllt
und unter Wasser beschwert, oder indem man den groben Filterschwamm
bis dorthin verlängert.
Pfeile nach oben = molekular in
Bläschenform aufsteigender Stickstoff
Bei den mechanischen Filtern mit Strömungsgeschwindigkeiten von größer bis viel größer als 10 cm pro Minute kommt es vor allem darauf an, eine relativ große Oberfläche zu erzeugen, damit das feinporige Filtermaterial sich nicht allzu schnell zusetzt. Die Schichtdicke kann abhängig von der Dichtigkeit des Materials gewählt werden. Ein feinmaschiges Perlon-Filtersieb würde z.B. eine extrem dünne Filterschicht ergeben. Man kann bei der Dimensionierung der Oberfläche bei max. zweimaligem Wasserumsatz pro Stunde folgende Faustformel anwenden:
|
Durchmesser außen [cm] = Wurzel aus Literzahl des Aquariums |
Für ein 100 Liter Becken
ergibt sich also ein Außendurchmesser von Wurzel aus 100 = 10
cm
Das Material kann eigentlich nur aus einem feinporigen Filterschwamm oder aus einem auf eine mechanische Unterkonstruktion aufgezogenem Filterflies bestehen, weil nur diese Materialien so stabil ist, daß sie direkt auf ein Ansaugrohr aufgesteckt werden können und mit ihrer relativ großen Wasserkontaktfläche viele Abfälle binden können. Je kleiner die Oberfläche, umso häufiger der Reinigungszyklus und umso schneller das Nachlassen des Wasserumsatzes durch Verstopfung. Ist bei einem mechanischen filter erst mal die Kontaktfläche mit dem Wasser zugesetzt, sinkt seine Filterleistung gegen Null. Topffilter, die fertig konfektioniert erworben werden können, erfordern meist nicht einmal die Kriterien, die für einen ordnungsgemäßen mechanischen Schnellfilter angesetzt werden müßen; denn bei ihnen ist nur der Querschnitt als wirksame Filterfläche vorhanden. Das dahinter folgende Volumen an Filtermaterial ist für die Schnellfilterung praktisch unwirksam. Über die biologischen Filtereigenschaften dier Konstruktionen ist ja schon weiter oben berichtet worden.
Da der Wasserdurchsatz in Relation zur Kontaktfläche mit dem Wasser relativ groß ist, neigen diese Filter aufgrund des feinporigen Materials schnell zu einer Unterdruckerzeugung im Ansaugrohr. Dadurch werden die im Wasser gelösten Gase, wie die atmosphärischen Gase und das CO2, in Form von Gasblasen freigesetzt und werden zum größten Teil am Filterauslauf in die Atmosphäre freigesetzt.
In den Fällen, wo auf der Saugseite eine Entgasung des Wassers stattfindet, sollte das Ansaugrohr nur durch ein Kunststoffsieb abgeschlossen werden und der mechanische Filter an der Druckseite montiert werden. Dann befinden sich allerdings die Abfallstoffe aus dem Aquarium auf der nicht sichtbaren Innenseite des Filters. Allerdings muß dann die Wirksame Kontaktfläche auch entsprechend dimensioniert werden können. Bei einer mechanischen Korbkonstruktion mit einer Fliesbespannung ist mit einem ausrechenden Wirkungsgrad zu rechnen. Eine auf die Rohrmündung aufgesteckte Schaumstoffpatrone kann es dagegen nicht tun, weil die innere Kontaktfläche viel zu klein ist, um dem Wasserdruck standzuhalten. Es müssen also für den Druckbertrieb aufwendigere Gehäüsekonstruktionen verwendet werden, bei denen wiederum die geforderte häufige Reinigung mit Umständen verbunden ist.
Bei Topffiltern,
deren Substrat
höher als 10 cm ist oder bei denen der Durchmesser kleiner
oder
gleich der Substrathöhe ist, treten sehr schnell mechanische
Verstopfungen auf, die entweder dadurch entstehen, daß
ungelöste organische Substanzen den
Strömungswiderstand
erhöhen oder daß sich durch die allmähliche
Verlangsamung des Durchsatzes Filterbakterien ansiedeln und der
Widerstand durch den entstehenden Filterschlamm
vergrößert
wird. Dies kann sich nachts fatal auswirken, wenn die Pflanzen
Sauerstoff verbrauchen. Ist der Filter mit Bakterien
überfüllt,
so kann, wenn der Filter praktisch still steht, der Sauerstoffgehalt
sogar soweit sinken, daß diejenigen Bakterien, die sich nicht
mehr in der Strömung befinden und ohne Sauerstoff auskommen
müssen, sich den benötigten O2 aus dem Nitrat holen
(Denitrifikation). Dies funktioniert hier aber nicht
vollständig,
schon allein deshalb, weil nicht genug Kohlenstoff geliefert wird,
und es bleibt giftiges Nitrit übrig. Siehe auch: Gefahr
durch Nitrit
Die
Filterkombination besteht aus einem Vorfilter mit einem feinmaschigen,
leicht zu reinigenden Edelstahlsieb und einem Nachfilter als Quader,
der aus fünf Filtermatten zusammengeklebt ist.
Das Vorfilter umfaßt
nur einen Doppelrahmen aus 5 mm PVC-Platten. Zwischen die beiden
Rahmenteile ist ein Edelstahlsieb mit 0,2 mm Maschenweite und 0,125 mm
Drahtstärke eingespannt. Es liegt lose auf der kastenförmigen
Konstruktion aus vier Seitenwänden und einer Bodenplatte aus
Filtermatte d = 50 mm auf. Der Filterkasten befindet sich auf einer 5
mm PVC-Lochplatte mit Boden-Abstandhaltern. Die Gesamtkonstruktion ist
in einem FilterBecken aus Glas eingebaut, wobei von Boden und
Seitenteilen ein lichter Abstand von rund 5 cm zu den Matten
eingehalten werden sollte. Das Material für das Edelstahl-Sieb kann
z.B. bei (Drahtgewebe & Siebtechnik. Tel/Fax: 036645/22357) bezogen
werden. Das PVC Material ist das handelsübliche graue, welches auch für
die PVC-Rohre verwendet wird.
Das
vom AQuarium kommende Wasser läuft per Überlauf mittig auf das
Edelstahlsieb, wo alle noch nicht gelösten organischen Stoffe und alle
unlösbaren Materialien abgefangen werden. Da das Sieb mit seinem Rahmen
nur lose auf den Matten aufliegt, kann es leicht gereinigt werden.
Das
vom Sieb durchgelassene Wasser fließt nun in den Filterkasten und
durchströmt die Matten von innen nach außen mit einer Geschwindigkeit
von maximal 10 cm / Sekunde. (muß unbedingt berechnet werden!, s.a. die
Formeln dazu weiter unten) und gelangt schließlich in den Zwischenraum
zwischen den Scheiben des Filterbeckens und den Matten. Von hier wird
das Wasser wieder zum Aquarium zurückgepumpt.
Die Materialdicke des Filtersubstrats sollte auf d = 3 bis 5 cm beschränkt bleiben. Darüber hinausgehende Dicken sind unwirksam. Die Kontaktfläche mit dem Wasser kann für biologischen Filter bei max. zweimaligem Wasserumsatz pro Stunde nach folgender Faustformel berechnet werden:
|
Fläche [dm²] = Wurzel aus Literzahl |
Bei den biologischen Filtern kommt es darauf an, zum einen die Fließgeschwindigkeit auf unter 10 cm pro Minute zu begrenzen und zum anderen die Größe der Kontaktfläche und des daraus resultierenden filtervolumens an die Wassermenge und den Fischbesatz anzupassen. Die Kontaktfläche ergibt also das Volumen des Filters, nicht das Volumen die Kontaktfläche. Da ja nur die ersten fünf Zentimeter der Materialdicke eines biologischen Filtersubstrats die Bakterienkultur beherbergen können, muß dieser Querschnitt aus einem Material bestehen, in dem sich konzentriert die Bakterien ansiedeln können. Dies ist z.B. ein Filterflies, eine Filterwatte, oder ein Filterschwamm der entsprechenden Dicke. Während Filterflies und Filterwatte einer mechanischen Unterkonstruktion bedürfen, kann der Filterschwamm als Matte selbsttragend montiert werden. Das gewählte Material dient dabei niemals als Filter selbst, sondern nur als mechanisches Gerüst, in dem sich der Filterschlamm mit den Bakterien sammeln kann. Der Filterschlamm besteht aus ursprünglich organischem Material aus dem Aquarium, welches nicht weiter mineralisiert werden kann. Es ist also unschädlich für die biologischen Abläufe und darf nicht entfernt werden. Die Zwischenräume des Filtermaterials füllen sich locker und vollständig mit Filterschlamm. Jeder Durchsatz, der größer als 10 cm pro minute ist, treibt den Filterschlamm aus dem Filtersubstrat heraus. Wird als Substrat eine feine Filtermatte verwendet, kann die Kontaktfläche mit dem Aquarienwasser bei entsprechend großer Abfallmenge schnell verstopfen. Durch den entstehenden Unterdruck können dann leicht Schlupflöcher entstehen, wie sie oben in Bild A aufgezeigt sind. Empfehlenswert ist daher nur die grobe Filtermatte, bei der dieser Zustand bei weitem nicht so schnell eintreten kann.
Es sind aber auch
bei
entsprechender Gehäusekonstruktion lose Schüttungen
z.B.
aus offenporigen Schaumglasröllchen verwendet werden. Bei
letzteren darf die Schichtdicke wesentlich größer
angesetzt werden, weil die Röllchen einen offenen Querschnitt
besitzen und auch untereinander große Zwischenräume
bilden, durch die das Wasser ungehindert durchdringen kann. So bildet
jedes Röllchen für sich eine kleine Filtereinheit,
die im
Inneren nur einen langsamen Durchfluß
zulaäßt,
jedoch außerhalb einen großen Durchsatz toleriert,
der
mit einem Schnellfilter zu vergleichen ist. In Kombination mit einem
vorgeschalteten Schnellfilter kommt damit ein sehr guter Wirkungsgrad
zustande. Ohne vorgeschalteten Schnellfilter verstopfen die Poren der
Röllchen recht schnell, so daß der Wirkungsgrad der
biologischen Filterung rasch abfällt.
Andererseits sind auch
Tonröllchen erhältlich, die aber als Filtersubstrat
ebenso
wie jene bizarren Kunststoffgebilde nahezu untauglich sind, weil
dafür die Filterkapazitäten in der Aquaristik viel zu
gering im Volumen sind. Beide Materialien können ja nur
geschlossene Oberflächen vorweisen, an denen, zumal bei
Strömungsgeschwindigkeiten >= 10 cm / min keine
Filterbakterien an den glatten Flächen haften
bleiben.können.
Perlonwatte stellt ein hervorragendes Filtermaterial dar, welches sowohl mechanisch, als auch biologisch einsetzbar ist. Mit der Watte kann auch recht gut die Drosselung des Filterdurchsatzes geregelt werden, indem man die Packungsdichte verändert. In ihrem feinen Gespinst lagert sich gut Filterschlamm ab, in dem die aeroben Bakterien ihre Arbeit verrichten können.
Hierbei handelt es
sich um eine
Sonderform des biologischen Filters. Dieses Filter ist nur dann
wirksam einsetzbar, wenn der Biotop im Aquarium bereits seit Jahren
eingefahren und stabil ist. Die Konstruktion beruht
ausschließlich
auf eigenen Erfahrungen und erhebt nicht den Anspruch auf
Allgemeingültigkeit, weil sie an anderen Orten nicht
vergleichbar und reproduzierbar eingerichtet werden kann. Dennoch hat
sich bei mir die Wirkung als eindeutig positiv herausgestellt.
Wer
in der glücklichen Lage ist, einen stabilen und somit auf
äußere
Einflüsse feinfühlig reagierenden Biotop beobachten
zu
können, wird sicher schon des öfteren festgestellt
haben,
daß Algen unter diesen Bedingungen sehr schöne und
willkommene Pflanzen sein können. Dennoch geschieht es von
Zeit
zu Zeit, daß die eine oder andere, eher unerwünschte
Art
sich überproportional ausbreitet. Die Ursache dafür
ist in
der Regel ein Störfall im Aquarium, der die verschiedensten
Ursachen haben kann.
Mit etwas Erfahrung stellt man dann fest, daß
bestimmte Algen ganz bestimmte Bedingungen brauchen, um optimal
wachsen zu können. Kieselalgen halten sich gern im Wasserstrom
auf, um optimal mit Nahrung versorgt zu werden. Blaualgen brauchen
gelöste Eiweiße und helles Licht, um optimal wachsen
zu
können. Wenn nun in einem eingefahrenen Biotop bestimmte Algen
nur an bestimmten Stellen im Aquarium vorkommen, legt dies den
Schluß
nahe, daß die sich ergebende Algenmasse von dem
Biotop
besonders gut leben kann, mehr nicht. Verändert sich die
Wasserzusammensetzung, verscheiben sich automatisch auch die
relativen Algenmassen.
In der Regel versucht der Aquarianer, Algen
dadurch zu begrenzen, indem er sie mechanisch abträgt. Dadurch
wird natürlich das Nahrungsangebot für die im
Aquarium
verbliebenen Algen umso größer, die
Wachstumsbedingungen
werden also umso besser. Es ist darum aussichtslos, auf diese Weise
Algen wirksam und dauerhaft dezimieren zu können.
Was
geschieht aber, wenn man versucht, für die Algen optimale
Lebensbedingungen zu schaffen, und zwar an einer Stelle im Kreislauf,
der außerhalb des sichtbaren Aquariums liegt?
Normalerweise käme
sofort der Verdacht auf, daß bei optimalen Bedingungen die
Algenvermehrung eher gefördert wird. Doch das Gegenteil stellt
sich heraus:
Die
unter optimalen Bedingungen wachsenden Algen verbrauchen
nämlich fast restlos die Nährstoffe, die sich im Kreislauf befinden, und
sie
verbrauchen sie nahezu ausschließlich an der Stelle, die
dafür
optimal hergerichtet ist. Im restlichen Wasservolumen können darum die
Algen keine ausreichenden Lebensbedingungen mehr vorfinden. Die
Filtervariante, die dafür bestens geeignet ist, ist
natürlich
das Mattenfilter, wie oben beschrieben. Dieses besitzt eine
Oberfläche, die groß genug ist, ganze Algenteppiche
aufzunehmen.
Die Konstruktion eines Algen-Mattenfilters ist denkbar
einfach, benötigt aber einen Aufstellort außerhalb
des
Aquariums. Eine in der Anströmfläche ganz normal
berechnete
mittelgrobe Matte mit einer Dicke von 5 - 10 cm wird auf 10 cm hohen
Abstandhaltern
horizontal in einen ca. 30 cm hohen Glasbehälter preß
eingelegt und
von oben angeströmt. Das Wasser sollte dabei
strömungstechnisch
möglichst gleichmäßig verteilt werden.
Über dem
Glasbehälter werden helle HQI-Lampen in ca. 30 cm Abstand von der
Wasseroberfläche aufgehängt, so daß das
Becken hell
und gleichmäßig Tag und Nacht beleuchtet ist. Das
Schmutzwasser gelangt per Überlauf vom Aquarium in das
Filterbecken und wird mit einer Pumpe über eine Ansaugung
unterhalb der Filtermatte wieder zurück ins Aquarium
verbracht.
Durch die große
Helligkeit entstehen bereits nach ein paar Tagen Algen wechselnder
Art auf der Mattenoberfäche. Man kann dabei beobachten, wie
schnell der Zyklus von Entstehen bis zum Absterben der Arten vonstatten geht.
Es bilden sich z.B. bei Blaualgen (dies sind eigentlich Cyanobakterien, die Kolonien bilden) eine Vielzahl kleiner, klar
abgegrenzter Inseln, die sich teilweise vereinigen, leuchtend
blaugrün. Sie entstehen über über Nacht und
sterben in
den folgenden zwei Tagen bereits wieder genauso schnell in wechseldem
Rhythmus ab, wenn ihre Nahrungsreserven aufgebraucht sind.