Osmosefilter und Ionenaustauscher



Osmosefilter

Verfahren

Das physikalische Verfahren der Umkehrosmose oder Hyperfiltration spielt großtechnisch besonders bei der Meerwasserentsalzung eine Rolle. Dabei wird das Rohwasser von seinen gelösten Inhaltsstoffen getrennt, indem es durch eine für die gelösten Substanzen nahezu undurchlässige Membran gepreßt wird. Während bei der Osmose das Lösungsmittel, zum Beispiel Wasser, aufgrund der osmotischen Druckdifferenz durch die Membran zur anfangs höher konzentrierten Lösung diffundiert, findet bei der Umkehrosmose genau der gegenteilige Prozeß statt. Durch Anlegen eines Drucks, der über dem osmotischen Druck liegt, wird das Lösungsmittel aus der konzentrierten Lösung verdrängt und durch die Membran in Richtung der weniger stark konzentrierten Lösung transportiert. Dabei teilt sich das Wasser auf in das an Inhaltsstoffen arme Permeat und das mit Inhaltsstoffen angereicherte Konzentrat. Das Permeat kann im Anschluß daran, je nach Qualität, wieder mit Rohwasser verschnitten werden und muß eventuell aufgehärtet, im pH-Wert korrigiert und desinfiziert werden.

Theoretisch ist durch die Umkehrosmose eine völlige Entsalzung des Trinkwassers möglich, während in Praxis der Druck dafür jedoch meist nicht ausreicht. Dennoch ist das Permeat sehr salzarm.


Aufbau

Umkehrosmoseanlagen sind meist einen Vorfilter ausgestattet, der grobe Verunreinigungen aus dem Rohwasser entfernt. Die Membran ist in einer durchströmbaren und druckfesten Einheit, dem Umkehrosmosemodul, angeordnet. Hier findet die Trennung des Rohwassers in Permeat (P) und Konzentrat (K) statt. Das Verhältnis P:K ist je nach Anlagetyp verschieden und kann zwischen ca. 1:1 und 1:10 und sogar höher liegen. Das heißt, daß für einen Liter aufbereitetes Wasser zwischen einem und zehn Liter Wasser und mehr zusätzlich verbraucht werden.
Da bei der Umkehrosmose auch die im Wasser gelöste freie Kohlensäure die Membran gut passieren kann, ihre Salze (Carbonate, Hydrogencarbonate) jedoch mit dem Konzentrat abgeleitet werden, sinkt der pH-Wert im Permeat. Dies bedeutet, daß eine Nachbehandlung des Permeats erforderlich ist. Hierzu wird oft ein Filter zur Anhebung des pH-Wertes eingesetzt. Er besteht aus Calciumcarbonat oder einem Gemisch aus Calcium- und Magnesiumcarbonat und bewirkt die Bindung der freien Kohlensäure und die Erhöhung des Gehalts an Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat.
Umkehrosmoseanlagen können mit einer Druckerhöhungspumpe ausgerüstet sein, die die Permeatleistung der Anlage erhöht. Bei Komplettanlagen ist eine Druckerhöhung von in der Regel 14 bar erforderlich. Das Verhältnis P:K kann bei Komplettanlagen je nach Rohwasserqualität auf maximal 1:1 eingestellt werden. Bei einem durchschnittlichen Gesamtwasserbedarf von ca. 144 Litern am Tag pro Person12 ist ein 500 bis 1.000 Liter großer Speichertank erforderlich, um auch den Spitzenbedarf decken zu können.
Kleinanlagen können zwar ebenfalls mit einer Druckerhöhung ausgerüstet sein, es reicht jedoch ein Druck von drei bis fünf bar aus, der in der Regel schon von der Brunnenpumpe erzeugt wird. Das maximale Verhältnis von Permeat zu Konzentrat beträgt bei Kleinanlagen 1:2. Kleinanlagen besitzen zur Deckung des Spitzenbedarfs entweder geschlossene Druckbehälter oder drucklose offene Behälter zur Aufbewahrung von Trinkwasser. Druckbehälter haben den Nachteil, daß bei zunehmendem Füllungsgrad der Druck auf der Permeatseite zunimmt, der Druckunterschied dadurch sinkt und somit die Salzpassage durch die Membran erhöht wird. Dies führt zu einer Verschlechterung der Permeatqualität.
Viele Anlagen sind mit einem zusätzlichen Desinfektionsfilter ausgerüstet, der Silber oder Jodverbindungen enthält. Der Einsatz eines UV-Strahlers stellt eine weitere Möglichkeit zur Entkeimung dar. Des weiteren gibt es häufig einen Nachfilter (meist Aktivkohle) zur Entfernung von weiteren Schadstoffen (z.B. Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel sowie gelöste organische Wasserinhaltsstoffe).
Die Membran einer Umkehrosmoseanlage ist äußerst empfindlich und kann durch Scaling und Fouling beschädigt werden. Scaling bedeutet, daß durch das Überschreiten der Löslichkeitsgrenze Salze auskristallisieren und sich an der Membran anlagern. Durch die Hinzugabe von Scalinginhibitoren oder durch vorhergehenden Kationenaustausch wird dieser Vorgang unterbunden.
Fouling ist die Bezeichnung für den Prozeß der Ablagerung von Metallhydroxiden oder kolloidalen organischen und anorganische Stoffen an der Membran oder aber durch biologische Vorgänge im Membransystem.


Ionenaustauscher

Verfahren

Beim Ionenaustauschverfahren durchläuft das Rohwasser ein Austauschharz, in das funktionelle Gruppen eingebaut sind. Zwischen den funktionellen Gruppen und der wäßrigen Lösung können Gegenionen gleicher Ladung ausgetauscht werden. Da der Austauscher ein Ion absorbiert und dafür ein anderes abgibt, ist seine Kapazität durch die Menge der vorhandenen Gegenionen begrenzt. Ist der Austauscher erschöpft, muß eine Regenerierung durchgeführt werden, d.h. der Austauscher wird in seinen Ausgangszustand zurückversetzt. Je nach Ladung der Ionen unterscheidet man zwischen Anionen- und Kationenaustauschern, außerdem je nach funktionellen Gruppen zwischen stark- und schwachbasischen Anionenaustauschern und stark- und schwachsauren Kationenaustauschern.
Bei den hier in Frage kommenden starkbasischen Anionenaustauschern werden NO3--Ionen meist gegen Chloridionen ausgetauscht, was ein Ansteigen der Chloridkonzentration im Wasser zur Folge hat. Als Regeneriermittel wird Natriumchlorid oder Natriumhydrogencarbonat verwendet.
In Anionenaustauschern wird neben Nitrat auch Sulfat ersetzt, was bei hohen Sulfatkonzentrationen im Rohwasser zu Problemen führt, da die meisten Austauschharze Sulfat mit größerer Präferenz als Nitrat binden.
Wird der Austauschharz über seine Kapazität hinaus ohne Regenerierung benutzt, besteht die Gefahr des Durchbruchs, d.h. zuvor gebundene Ionen lösen sich wieder aus dem Harz und verursachen eine Erhöhung der Ionenkonzentration im Wasser, anstatt sie zu verringern.
Ein Mischbettionenaustauscher stellt eine Kombination aus Kationen- und Anionenaustauscher dar. Das Wasser durchläuft zunächst einen Kationenaustauscher, der in H+-Form vorliegt. Hier werden alle Kationen gegen H+-Ionen ausgetauscht. Im Anschluß fließt der stark saure Abfluß über einen schwachbasischen Anionenaustauscher, der die Anionen gegen OH--Ionen ersetzt. Da das Wasser nun vollkommen salzfrei ist, muß es mit Rohwasser verschnitten werden, um den Salzgehalt wieder anzuheben. Die Regenerierung der Austauschharze erfolgt beim Kationenaustauscher mit Salzsäure, beim schwachbasischen Anionenaustauscher mit Natronlauge.


Aufbau

Ionenaustauscher besitzen einen oder mehrere Behälter, in denen sich der Austauschharz befindet. Die Größe des Behälters richtet sich nach der Dimensionierung der Anlage. Zudem verfügen alle Ionenaustauscher über einen zusätzlichen Behälter mit Regenerierungssalz. Die Regenerierung erfolgt entweder automatisch zeitabhängig bzw. wassermengenabhängig oder "von Hand" direkt durch den Verbraucher. Er muß den Regenerationszeitpunkt dabei durch Messen der Nitratwerte mit Hilfe von Meßstäbchen selbst ermitteln oder kann diesen mit Hilfe einer gegebenenfalls eingebauten Wasseruhr je nach entnommener Menge bestimmen.
Falls die Anlage nur einem Harzbehälter hat, ist für die Dauer der Regenerierung die Wasseraufbereitung nicht möglich. Bei zwei Behältern wird das Harz in zwei Phasen nacheinander regeneriert, so daß immer ein Behälter zur Aufbereitung zur Verfügung steht.
Zur Entkeimung des aufbereiteten Wassers besitzen einige Anlagen UV-Strahler oder Desinfektionsfilter, die Silber oder Jodverbindungen enthalten.
Vorratsbehälter sind für den Ionenaustausch nicht unbedingt erforderlich, da Geschwindigkeit des Vorgangs häufig ausreicht, um das Wasser erst zum Entnahmezeitpunkt aufzubereiten.
3 Biologische Aufbereitungsverfahren
Beim biologischen Denitrifikationsverfahren wandeln Bakterien Nitrat in elementaren Stickstoff um. Dadurch verändert sich das Wasser prinzipiell nur im Parameter Nitrat und bleibt sonst weitgehend unverändert.
Die denitrifizierenden Bakterien benötigen zur Reduktion des Nitrats zum Stickstoff und zum Aufbau von Biomasse Nährstoffe, die kontinuierlich dem Rohwasser zudosiert werden müssen. Der Nitratabbau findet in einem Reaktionsraum oder Reaktor auf einem Trägerfilm statt, wo die Bakterien einen Biofilm bilden. Das denitrifizierte Wasser ist sauerstofffrei und kann erhöhte Gehalte an Mikroorganismen, Stoffwechselprodukten oder Restsubstrat enthalten. Daher ist eine Nachbehandlung erforderlich, die das Wasser wieder mit Sauerstoff anreichert, es filtriert und desinfiziert.


Wartung der Osmose

Umkehrosmoseanlagen sind relativ wartungsarm. Es ist lediglich eine regelmäßige Kontrolle des Vorfilters und des pH-Wert-Anhebungsfilters erforderlich. Allerdings kann es Probleme mit dem Verschneidungsventil geben, das die Menge Rohwasser festlegt, die dem Permeat wieder zugeführt wird. LINSSEN stellte fest, daß sich dieses bei einigen Anlagen leicht verstellt23. Vom Verbraucher ist die Öffnung dieses Ventils nur durch Messung des Nitratwerts zu kontrollieren.
Auch wurde festgestellt, daß es bei Komplettanlagen mit Druckerhöhungspumpe zu Veränderungen des Verhältnisses von Permeat zu Konzentrat kommen kann.
Die Membran muß entweder regelmäßig (je nach Typ halbjährlich oder jährlich) vom Kundendienst mit Säure gespült oder aber ausgetauscht werden. Bei einer in Osnabrück untersuchten Anlage wird die Membran sogar wöchentlich gespült.
Außerdem ist bei Anlagen mit vorgeschaltetem Wasserenthärter ein regelmäßiges Nachfüllen des Regeneriersalzes erforderlich.


Kosten und Wirtschaftlichkeit der Osmose

Die Kaufpreise für Umkehrosmoseanlagen liegen zwischen ca. 500 Euro für einfache Kleinanlagen und ca. 1.500 Euro für gut ausgestattete Kleinanlagen mit Druckerhöhungspumpe, Aktivkohlefilter und pH-Wert-Anhebung. Komplettanlagen, die das gesamte Trinkwasser eines Haushalts aufbereiten, kosten je nach der aufzubereitenden Wassermenge zwischen 4.500 und 7.000 Euro. Die von 1987 bis 1995 im Landkreis Osnabrück installierten Umkehrosmoseanlagen sind Kleinanlagen und kosteten 500 bis 1.200 Euro.
Weitere Kosten von ca. 250 Euro entstehen durch die Installation.
Zusätzlich zu den einmaligen Anschaffungs- und Installationskosten entstehen Kosten für die Spülung und den Wechsel der Membran. Diese hängen vom Anlagentyp ab und betragen bei den in Osnabrück installierten Kleinanlagen zwischen 50 und 500 Euro im Jahr.
Außerdem erhöhen alle Umkehrosmoseanlagen den Wasserverbrauch. Für einen Liter Trinkwasser werden zwischen einem und mehr als zehn Liter Wasser zusätzlich verbraucht. Bei einem Vierpersonenhaushalt, der täglich ca. 600 Liter Wasser benötigt, steigt bei einer Komplettanlage der Wasserverbrauch also auf 1,2 m3, maximal sogar mehr als 6 m3 am Tag an.
Hinzu kommt bei Anlagen mit Druckerhöhung der Stromverbrauch (siehe Tabelle 1). Dieser beträgt bei den von LINSSEN untersuchten Komplettanlagen zwischen 3,9 und 10,9 kWh pro Kubikmeter aufzubereitenden Wassers24. Legt man wieder einen Vierpersonenhaushalt, der ungefähr 220 m3 Wasser im Jahr benötigt und einen Strompreis von 0,15 Euro/kWh zugrunde, erhöhen sich die Stromkosten des Haushalts um 100 Euro bis 300 Euro im Jahr. Für jeden m3 sind dies zwischen 0.50 Euro und 1,50 Euro. Bei der von LINSSEN untersuchten Kleinanlage mit Druckerhöhung beträgt der Stromverbrauch 27,5 kWh/m3.
Nimmt man eine Lebensdauer von 10-15 Jahren für Umkehrosmoseanlagen an und kalkuliert die Anschaffung, Installation, Wartung, Membranen und Strom ein, lassen sich die Kosten für jeden aufbereiteten m3 Wasser berechnen. Dazu werden alle Kosten auf zehn bzw. 15 Jahre aufgeteilt, daraus die jährlichen Kosten und dann die Kosten pro m3 berechnet. Bei Komplettanlagen kostet so ein m3 zwischen 3,00 Euro und 4,00 Euro. Kleinanlagen verursachen für einen m3 aufbereitetes Wasser Kosten zwischen 30,00 Euro/m3 und 40,00 Euro/m3. Kalkuliert man bei diesen Anlagen ein, daß das restliche Wasser kostenlos ist, ergibt sich ein durchschnittlicher Wasserpreis von 0,70 Euro/m3 bis 0,90 Euro/m3


Ionenaustauscheranlagen

Aufbereitungswirkung und Probleme der Ionenaustauscher

Die Aufbereitungswirkung von Ionenaustauschern ist abhängig von der bis dahin aufbereiteten Wassermenge. Viele Anlagen liefern nur kurzzeitig akzeptable Ergebnisse, um dann rapide schlechter zu werden und - bei einem Durchbruch - die Belastung des Wassers sogar noch zu erhöhen. Bei einem Nitratgehalt von 200 mg/l ist keine der bei LINSSEN getesteten Anlagen fähig, die Belastung auf unter 50 mg/l zu verringern26. Bei einer geringeren Grundbelastung von 100 mg/l sind die meisten Ionenaustauscher in der Lage, das Wasser ausreichend aufzubereiten27. Wegen der kontinuierlichen Verschlechterung der Aufbereitungswirkung ist bei den meisten Kleinanlagen allerdings eine ständige Kontrolle des Wassers durch den Verbraucher erforderlich. Auch verschlechtert sich im Laufe der Zeit die Regenerierungsfähigkeit des Austauschharzes. Dies ist besonders bei einem erhöhten Sulfatgehalt im Trinkwasser der Fall.
Ionenaustaer sind bei weitem nicht alle in der Lage, mit Nitrat belastetes Wasser zufriedenstellend aufzubereiten. Eine Anlage, die im Zulauf mit 216,5 mg/l die höchste Belastung aller Anlagen hatte, war praktisch gar nicht in der Lage, die Nitratmenge zu reduzieren (215,5 mg/l im Auslauf).
Wie schon Umkehrosmoseanlagen haben auch Ionenaustauscher Probleme mit der Keimbelastung. Sowohl nach Stagnationsphasen30 als auch im normalen Betrieb31 können erhöhte Keimzahlen auftreten.


Wartung der Ionenaustauscher

Bei Ionenaustauschanlagen muß regelmäßig der Salzvorrat kontrolliert und ergänzt werden. Bei Anlagen ohne Automatisierung muß zusätzlich noch durch Messung der durchgeflossenen Wassermenge der richtige Zeitpunkt zur Spülung und Regeneration bestimmt werden.
Damit die Anlage so gut wie möglich arbeitet, sind die Regenerationsintervalle von herausragender Bedeutung. Durch die bei fast allen Anlagen festzustellende Verschlechterung der Austauschkapazität mit zunehmender Menge aufbereiteten Wassers kann eine tägliche Regeneration nötig sein. Dies ist bei Anlagen mit nur einem Harzbehälter ein großer Nachteil, weil sie während der Austauschzeit nicht zu nutzen sind.


Kosten und Wirtschaftlichkeit der Ionenaustauscher

Die Anschaffungskosten für Ionenaustauscher liegen je nach Dimensionierung und Ausstattung zwischen 500 und ca. 6.000 Euro. Die im Landkreis Osnabrück installierten Anlagen dieses Typs kosteten im Durchschnitt ca. 1.700 Euro.
Laufende Kosten fallen bei Ionenaustauschern durch den Salzverbrauch an. Dieser ist abhängig von der Anlage und den Regenerationsintervallen. Der Bedarf liegt zwischen 0,54 und 3,75 kg/m3 für Komplettanlagen. Bei einem Salzpreis von 10 Euro für einen 25 kg Sack entstehen so Kosten zwischen 35,00 und 250,00 Euro im Jahr. Die Salzkosten betragen damit für einen m3 aufbereitetes Wasser zwischen 0,15 und 1,2 Euro. Die Kleinanlage benötigte 1,18 kg Salz pro m3. Daraus ergeben sich Salzkosten von 0,4 Euro/m3. Die jährlichen Kosten sind aufgrund der geringen Wassermenge mit weniger als 4 Euro sehr niedrig.
Auch für Ionenaustauscher lassen sich die durchschnittlichen Wasserkosten für jeden aufbereiteten m3 errechnen, indem Anschaffung, Installation, Wartung, Salz und Austauschharz auf zehn bzw. 15 Jahre aufgeteilt werden. Bei Komplettanlagen ergeben sich je nach Lebensdauer Wasserkosten von 2,00 Euro/m3 bis 2,20 Euro/m3. Der Preis für von Kleinanlagen aufbereitetes Wasser liegt zwischen 33,00 Euro/m3 und 43,00 Euro/m3. Auf den gesamten Wasserverbrauch bezogen kostet ein m3 zwischen 0,80 Euro und 1,00 Euro.


Bewertung

Von allen Aufbereitungsanlagen sind, was die Nitratentfernung betrifft, Umkehrosmoseanlagen am ehesten zu empfehlen, da sie meist bessere Ergebnisse erzielen als Ionenaustauscher und die Aufbereitungswirkung immer konstant ist. Bei hohen Nitratbelastungen ist die Aufbereitungswirkung möglicherweise nicht ausreichend, und es gibt hygienische Mängel. Auch müssen der bis zu zehnfache Wasserverbrauch und die zusätzlichen Stromkosten einkalkuliert werden.
Ionenaustauschanlagen sind nicht zu empfehlen, da sie zu große Mängel aufweisen und erheblichen Wartungsaufwand erfordern. Zu den Mängeln gehören die schlechte Aufbereitungswirkung bei hohen Nitratbelastungen, das Nachlassen der Reinigungsleistung mit Zunahme der aufbereiteten Wassermenge und Keimbelastungen auch im normalen Betrieb.
Aus wirtschaftlicher Sicht empfehlen sich bei den Komplettanlagen eher Ionenaustauscher, da sie je nach Lebensdauer nur zwischen 1,70 Euro/m3 und 2,15 Euro/m3 kosten, während ein m3 Wasser bei Umkehrosmoseanlagen um gut 65% teuerer ist (zwischen 2,80 Euro und 3,50 Euro).
Die Installation einer Wasseraufbereitungsanlage ist eine Maßnahme, die in kurzer Zeit eine Trinkwasserentlastung möglich macht. Eine solche Anlage erfordert jedoch ständige Kontrolle und Wartung. Dies ist meist nur dann gewährleistet, wenn sich der Betreiber die Anlage aus eigenem Antrieb installieren läßt, was sich deutlich in der Praxis widerspiegelt. Viele Betreiber von Aufbereitungsanlagen sind schlecht über die Arbeitsweise ihrer Anlage informiert und haben auch kein Interesse daran, ihre Anlage vernünftig zu pflegen. Daher sind feste Wartungsverträge ein unerläßlicher Punkt zur Gewährleistung einer korrekten Arbeitsweise der Anlage.
Aus ökologischer Sicht ist die Installation von Aufbereitungsanlagen nicht positiv zu bewerten.
Umkehrosmoseanlagen verursachen zum Teil einen erheblichen Stromverbrauch, was ja nicht nur finanziell problematisch ist, und erhöhen den Wasserverbrauch um ein Vielfaches. Dies widerspricht allen Aufrufen zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser.
Ionenaustauscher erhöhen weder Strom- noch Wasserverbrauch und sind in diesem Aspekt den Umkehrosmoseanlagen überlegen. Allerdings erhöht die erforderliche regelmäßige Regenerierung des Austauschharzes die Salzbelastung des Abwassers (bei einem Vierpersonenhaushalt bis zu 825 kg/a) und trägt damit zur Gewässerbelastung bei.
Insgesamt ist die Installation einer Aufbereitungsanlage aufgrund der dargestellten Mängel bei der Nitratentlastung nicht ohne weiteres zu empfehlen. Ehe eine Aufbereitungsanlage installiert wird, sollte sichergestellt werden, daß sie wirklich in der Lage ist, die geforderte Leistung zu vollbringen. Auch muß eine regelmäßige Wartung garantiert sein. Doch nicht nur die Mängel bei der Aufbereitung sind problematisch: Gerade Komplettanlagen verursachen hohe Kosten und bereiten mehr Wasser auf, als eigentlich erforderlich wäre. Kleinanlagen haben den Nachteil, daß sie nur das Wasser einer einzigen Zapfstelle aufbereiten können, was unter Umständen nicht ausreichend ist. Durch Installation mehrerer Anlagen steigen wiederum die Kosten.


Zusammenfassung

Zur Aufbereitung von nitratbelastetem Trinkwasser kommen grundsätzlich drei verschiedene Verfahren in Frage: Umkehrosmose, Ionenaustausch und die biologische Aufbereitung.
Eine konstant gute Aufbereitungswirkung haben Umkehrosmoseanlagen. Bei hohen Nitratwerten (200 mg/l) kann die Aufbereitungswirkung aber zu gering sein. Auch kann es bei diesen Anlagen zu Problemen mit der Nitrit- und der Keimbelastung kommen, besonders nach Stagnationsphasen. Außerdem wird der Wasserverbrauch, je nach Anlage, mindestens verdoppelt oder sogar mehr als verzehnfacht. Dies kann im Sommer bei flachen Brunnen und niedrigem Grundwasserstand zu Versorgungsengpässen führen. Hinzu kommen bei Komplettanlagen und einigen Kleinanlagen die Stromkosten. Kalkuliert man sämtliche Kosten ein, ergibt sich für Komplettanlagen bei 15- bzw. zehnjähriger Lebensdauer ein Wasserpreis von 2,80 bis 3,50 Euro/m3. Bei Kleinanlagen sind die Kosten aufgrund der hohen Anschaffungskosten und des relativ geringen jährlichen Verbrauchs weitaus höher: Sie liegen für aufbereitetes Wasser zwischen 32,50 Euro/m3 und 40,00 Euro/m3. Auf den gesamten Wasserverbrauch bezogen, betragen die Wasserkosten zwischen 0,75 Euro/m3 und 0,90 Euro/m3.
Ionenaustauscher eignen sich allenfalls für Nitratbelastungen bis 100 mg/l. Bei höheren Nitratwerten ist die Aufbereitungswirkung meist nicht ausreichend. Bei diesen Anlagen können ebenfalls Keimbelastungen auftreten, und zwar sowohl im normalen Betrieb als auch nach Stagnationsphasen.
Der Wartungsaufwand bei Ionenaustauschern ist relativ hoch. Es ist eine regelmäßige Regenerierung des Austauschharzes erforderlich. Wenn dies nicht automatisch durchgeführt wird, muß der Anlagenbetreiber den Zeitpunkt selbst bestimmen. Das zur Regenerierung erforderliche Salz muß regelmäßig nachgefüllt werden. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten. Außerdem werden die Gewässer zusätzlich mit Salz belastet. Bei nicht durchgeführter Regenerierung kann es zum Durchbruch von Nitrat kommen, d.h., die Belastung des aufbereiteten Wassers ist noch höher als die des Rohwassers. Auch läßt die Aufbereitungswirkung des Austauschharzes mit der Zeit nach, so daß die Regenerierungsintervalle immer enger werden. Bei Einbeziehung aller Kosten, müssen bei Komplettanlagen Wasserkosten von 1,70 Euro/m3 bis 2,15 Euro/m3 einkalkuliert werden. Auch hier sind Kleinanlagen weitaus teurer: Ein m3 aufbereitetes Wasser kostet zwischen 33,00 Euro und 43,00 Euro. Ist die Bezugsgröße aber das gesamte im Haushalt verbrauchte Wasser, liegen die Kosten zwischen 0,80 Euro/m3 und 1,00 Euro/m3.

In Hinblick auf die Aufbereitungswirkung sind Umkehrosmoseanlagen grundsätzlich am empfehlenswertesten. Aus ökologischer und finanzieller Sicht sind aber Ionenaustauscher vorteilhafter.