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1998 bis 2008, Dipl.-Ing. Norbert Dörre

Liebe Aquarianer,
mein Hauptanliegen, einige informative Seiten für unser Hobby im Internet zu gestalten, begründet sich darin, daß ich versuche, meine langjährigen Erfahrungen in allen Details an diejenigen weiterzugeben, die im Begriff sind, sich intensiv mit der Aquaristik zu befassen. Einige spezielle Themen, wie die Steuerung der gesamten Technik per Mikroprozessor und die Filterung per Osmose, werden ausführlich behandelt. Der Einsatz solch aufwendiger Technik beeinflußt nicht die Parameter des Aquariums, sondern erleichtert mir lediglich die täglichen Pflegearbeiten. Wenn Anfänger einige wenige entscheidende Gesichtspunkte bei der Einrichtung eines neuen Beckens berücksichtigen, ist die Erzeugung eines stabilen Biotops auch ohne eine bequeme Technik, jedoch mit dem entsprechenden Zeitaufwand möglich. Die Erläuterungen haben zum Ziel, zu verhindern, daß Generationen von neuen Aquarianern immer wieder die gleichen Fehler begehen und ihren Pfleglingen und sich selbst großen Schaden zufügen. Der wichtigste Leitfaden auf diesen Seiten bezieht sich daher im wesentlichen auf das Ziel:

"Aquarium als funktionierender Kleinbiotop"

Da dieses reale Ziel vorzüglich mit geringsten Eingriffen angestrebt werden kann, beschreibe ich seit vielen Jahren und mit mehr als vierzigjähriger Erfahrung zum hoffentlichen Nutzen der nachfolgenden Aquarianer die verschiedenen Wege, mit der eine gute Stabilität eines Kleinbiotops im Aquarium erzielt werden kann.  
Die wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung eines Kleinstbiotops:
Das Wasser ist zu betrachten wie das Blut eines lebendigen Organismus.

Gleichbleibende Wasserqualität, ganz gleich welcher Zusammensetzung.

Sehr viel Licht, ganz gleich welcher Zusammensetzung ! (300 Watt/m²)

Bodengrund aus Natursand ! (0,01 bis 2 mm, Höhe mindestens 7 cm) *

Wassermenge ab 300 Liter aufwärts.

*(Die maximale Korngröße richtet sich nach dem zu schaffenden Biotop. Sie kann also > 2 mm sein. Als Filtersubstrat dient nur das Material bis 2mm Korngröße)
Die Aktivitäten des Aquarianers:
Geduld und Nichtstun führen am ehesten zum Erfolg !

Nur wenn im Wasser lebende Geschöpfe besondere Ansprüche an ihre Umwelt stellen, müssen alle Komponenten entsprechend aufbereitet werden. Ob sich mit diesen dann der gewünschte Biotop einstellt, liegt nicht in der Hand des Aquarianers. Jeder Eingriff im Aquarium, auch wenn er in den Augen des Aquarianers subjektiv nur gering ist, kann schnell zur fatalen Zerstörung des Biotops
innerhalb von Stunden bis zu  wenigen Tagen führen. Die positive Tendenz  einer Wiederherstellung dagegen wird erst dann spürbar, wenn sich die Bakterien, die wichtigsten Bewohner des Aquariums, wieder rasch vermehren können und nach etwa vier Wochen absoluter Ruhe einen gesunden Stamm zu bilden beginnen. Danach dauert es in der Regel immer noch ein halbes Jahr, bis sich auch die Bakterienkolonie im Sandboden stabilisiert hat. Jedes Umpflanzen und Herumpantschen, die beliebtesten Tätigkeiten eines Neuaquarianers, stellt nach dem Neustart eines Aquariums einen schwerwiegenden Eingriff dar. Das Einrichten eines Beckens nach dem Vorbild des eigenen Wohnzimmers hat meist böse Folgen, doch die fatalsten Erlebnisse hat man im Aquarium mit einer Hygiene wie im häuslichen Bad. Langfristig gesunde Fische sind nur ein Indiz dafür, daß der Bakterienbiotop stimmt, am wenigsten sind sie jedoch die Ursache dafür.

Aquaristik als langfristiges Hobby

Das Hobby 'Aquaristik' betreibe ich bereits seit mehr als vierzig Jahren und bin nach wie vor davon begeistert, weil mit stetig wachsender Erfahrung und den technischen Möglichkeiten auch die Einsicht in die eigenen allgemeinen Lebensfunktionen gleichermaßen mitwächst. Vor allem aber kann jeder Aquaristik betreiben, der bestrebt ist, ein Hobby auszuüben, bei dem nicht nur sein Mitdenken, sondern auch sein Nachdenken gefordert ist. Dabei werden wir in die Lage versetzt, längerfristig Erkenntnisse zu sammeln, die uns bei oberflächlicher Betrachtungsweise verborgen bleiben würden. Ja, das Denkmodell vom Kleinen auf's Große ist ein Wunder, das sich uns erst nach längerem Hinschauen und Miterleben deutlich zeigt.

Aquaristik als unabhängiges Hobby

Die Aquaristik ist ein Hobby, das außer der Verantwortung für Lebewesen nicht zwangsläufig terminliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen mit sich bringt. Ein Aquarianer ist in der Lage, seinem Hobby nachzugehen, ohne zeitraubende Kontakte zu Vereinen oder zu anderen Aquarianern unterhalten zu müssen.

Aquarium als ökologisches Lehrstück

Jeder, der sich intensiv mit der Aquaristik befaßt, kann lernen, die Vorgänge in der kleinen künstlichen Aquariumwelt auf seine eigene Umwelt zu transponieren und erkennt mit der Zeit bewußt oder unbewußt die millionenfachen Abhängigkeiten aller Lebewesen auch in seiner eigenen Umwelt.

Technische Hilfsmittel für die Aquaristik

Bei der intensiven Beschäftigung mit biologischen und ökologischen Vorgängen im Aquarium wird dem Hobby-Aquarianer auch das Verständnis für die Funktion der technischen Hilfsmittel nahegebracht. Denn in kaum einem Sachgebiet sonst ist interdisziplinäres Denken so gefordert wie bei der Aquaristik.
Um Aquarianern, die bereits davon überzeugt sind, daß sie niemals wirklich Herr ihres Aquariums werden können, ein Hilfsmittel zum Nichtstun und Zurücklehnen zu verschaffen, entwickelte ich als Erster ab 1996 den hier unverändert vorgestellten Aqua-Computer auf der Basis des C-Control Bausteins, ebenso das hier vorgestellte Osmosefiltersystem. Diese Geräte dienen in meiner Philosophie keinesfalls zum Steuern irgendwelcher Parameter, wie z.B. des PH-Werts, sondern lediglich zur Kontrolle des Biotops, der Versorgung mit gleichbleibender Wasserqualität und mit den richtigen Schaltzeiten für Licht und der fütterungsrelevanten Filterdurchströmung, damit es den Bakterien gut geht. Der PH-Wert ist und bleibt also eine nicht  anzutastende Eigenschaft des Wassers. Der Computer reagiert im Gegensatz zum Menschen objektiv auf alle Biotop-Parameter und kann sie wohldosiert selbst bei Nichtanwesenheit des Aquarianers ohne Chemie aufrechterhalten. Diese Ausführungen bedeuten NICHT, daß es notwendig ist, einen Computer zur Überwachung des Aquariums zu verwenden, sondern sollen nur zeigen, daß Aquaristik auch bei längerer Abwesenheit des Auarianers möglich ist. Wer es möchte, kann sogar aus der Ferne mit dem Aqua-Computer Verbindung aufnehmen, um Parameter zu kontrollieren und nötigenfalls zu verändern. Ja, sogar der Anschluß einer WebCam ist denkbar.....

Gez. Norbert Dörre